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Franz & Timo - Interview

Franz Buschmann und Timo Ottenströer sind zwei junge aufstrebende Scooterfahrer aus Berlin. Die beiden gibt es praktisch nur im Doppelpack, darum war es logisch sie auch gemeinsam über ihr Video "Splitters" und die Berliner Szene zu interviewen. 

Wie seid ihr beide zum Scooterfahren gekommen? Wie habt ihr euch überhaupt kennengelernt?

FRANZ:  Kennengelernt haben wir uns mit sechs in der Grundschule. Damals waren wir Erzfeinde, doch im Lauf der gemeinsamen Schulzeit haben wir zusammengefunden und am Ende der sechsten Klasse (Frühling 2017) hatte Timo die Idee Scooter zu fahren. Das war vor den Sommerferien und danach sind wir auch auf unterschiedliche Schulen gegangen. Wir haben uns beide sofort einen Scooter gekauft und sind jeden Tag in den Skatepark gegangen… auch nach den Sommerferien noch, trotz den unterschiedlichen Schulen. Ich glaube nicht, dass wir ohne Scooter fahren noch befreundet wären.

TIMO:  Ich denke auch! Wir kennen uns also schon echt lange! 

Wir haben in der Grundschule zusammen angefangen Kendama zu spielen und irgendwie kam ich darüber aufs Roller fahren. Wir haben uns etliche Videos angeschaut und sind nach der Schule in jedes Sportgeschäft gefahren und sind mit den Stunt Scootern rumgefahren, bis wir rausgeschmissen wurden! Wir haben direkt gemerkt, dass das unser Ding ist, sodass wir uns gleich nach meinem Geburtstag den ersten Complete gekauft haben. Wir kamen auch echt schnell zum Street fahren, weil uns die Skateparks in unserer Nähe zu langweilig wurden. So kam es, dass wir schon nach wenigen Monaten durch den Bezirk gepusht sind und jede dreier Treppe gesprungen sind.

Und seit dem sind wir einfach dran geblieben und hatten, von Verletzungen abgesehen, auch kaum Pausen. Der Spaß am Scooter fahren und allem was dazu gehört, verschwindet einfach nicht und das ist das geilste daran!

Cool, ich wusste gar nicht, dass ihr gemeinsam begonnen habt. Ja Scooterfahrern schweißt einem echt zusammen. Ihr seid glaub ich die beiden jüngsten die ein Austronauten Interview gemacht haben. Wie seht ihr die deutschsprachige Szene?

TIMO: Wie du sagst, sind wir noch jung und ich denke, das macht es schwerer die Szene zu „bewerten“. Ich bin auf jeden Fall super glücklich und dankbar, für diese riesige Connecten, die wir haben. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für Fahrer aus aller Welt, die wir schon kennenlernen durften. Die Möglichkeit, nahezu überall hinzufahren und einen Schlafplatz, sowie Homies zum Rollern zu haben, ist einfach ein riesen Segen! Also an der Stelle ganz viel Liebe an alle Freunde von überall ❤️

Trotzdem, ums aufs Scooter fahren zu beziehen, denke ich, dass viel mehr Potenzial da ist und sich so viele tolle Leute aufrappeln könnten, um die Szene voranzubringen!Ich hab bei vielen das Gefühl, dass es sehr Leistungsbezogen ist und viele sich gegenseitig etwas beweisen müssen, was schade ist.Niemand soll den Spaß am Scooter fahren verlieren und ich schätze diese Gemeinschaft spielt dabei die größte Rolle! Supportet euch gegenseitig, anstatt euch zu vergleichen!

FRANZ: In Berlin ist die Szene ständig am wachsen und jedes Jahr kommen neue junge Fahrer dazu. Es geht Berg auf. Aber wir jungen Fahrern sind oft auf Social Media fokussiert, weil uns die digitale Welt sehr viel näher liegt, als den älteren Fahrern.

Timo, ich, und auch viele andere junge Berliner Fahrer haben das Glück, von Basis in dieser Stadt zu profitieren. Fubi, Tom, Jona und Jannik haben vielen jungen Fahrern hier geholfen Anschluss in der realen Welt des Street Fahrens zu finden, anstatt Skateparks zu fahren und Instaclips zu filmen. Das würde mir irgendwann langweilig werden, Street fahren ist vielseitiger und erkenntnisreicher. 

Allerdings ist es für uns nicht einfach aus dem Social Media Kreislauf rauszukommen und sich auf die Realität zu fokussieren, da könnten viele jüngere Fahrer noch mehr von den Älteren unterstützt werden. Ich kann mir vorstellen, dass das an Orten ohne Og‘s schwierig für die neuen Generationen ist.

Da geb ich euch Recht in der Scooterszene gehört so viel mehr selbst in die Hand genommen! Schön zu hören wie die verschiedenen Generationen in Berlin miteinander interagieren und die jüngeren prägen. Ich schätze das war auch ausschlaggebend für euch selbst ein eigenes Video zu filmen?  Oder hat sich das einfach so ergeben?

FRANZ:  In der Basis Crew hat sich viel verändert, zum Beispiel ist Fubi, der damalige Organisator und Filmer weggezogen. Das war auch ausschlaggebend dafür, dass Timo und ich uns eine Cam gekauft, und selbstständiger gefilmt haben, auch wenn wir das sowieso vorhatten. Das ist das gerade beschriebene Prinzip: Die Og‘s machen’s vor und integrieren einen und wir Jungen machen es dann nach. 

Timo und ich sind fast jeden Tag zusammen im Skatepark, weil wir direkt nebeneinander wohnen. Letzten Sommer haben wir uns dann vorgenommen, einfach jeden Tag Street zu fahren, statt in einen Skatepark zu gehen. Das haben wir auch bis heute ziemlich gut durchgehalten. Für das Video haben wir ungefähr ein Jahr gefilmt.

TIMO: Ja, das Video ist also aus einer art Challenge an uns selbst entstanden haha. 

Ich hatte 2021 schon einmal angefangen einen Solo-Part zu filmen, es hat mir aber nicht so Spaß gemacht, weshalb kaum Clips zustande kamen. Franz meinte irgendwann zu mir, wir sollen doch einfach etwas zusammen filmen, also haben wir uns eine Cam geholt und richtig losgelegt. Mit riesigem Support von der Basis und den ganzen anderen Freunden natürlich! Es hat sich dann doch etwas länger gezogen, weil wir beide bis zum Schluss das Gefühl hatten, dass da noch mehr geht!

Und das Video "Spitters"  ist euch auch richtig gut gelungen, eines meiner lieblings Scootervideos aus diesem Jahr! Welche sind eure persönlichen Lieblings Clips?

FRANZ: Die Frage fällt mir ziemlich schwer, aber ich glaube die Line mit dem Frontboard-270 und dem 360-whip zwischen diesen beiden Dingern durch. Das ist neben einem Spot auf einem Schulhof und eigentlich garnicht der Hauptspot. Als wir dort angekommen sind wusste niemand was er filmen soll und ich bin alleine zu diesem Spot nebenan gegangen, den noch nie jemand gefahren ist und bin auf die Idee gekommen da durch zu springen, was schon ziemlich gruselig war, weil es so eng ist, dass man jedes mal Angst hat man stößt sich die Knie.

Johannes aus Frankfurt hatte dann die Idee mit dem Frontboard davor als Line, was super gepasst hat. Ich habe dann zuerst 180, dann 360, dann Truck und dann 360 whip gemacht. Es hat einfach alles super schnell und gut funktioniert und ich war extrem überrascht, dass der 360 whip funktioniert, weil der 180 schon komisch war. Ich denke es sieht auch so aus als würde es eigentlich irgendwie nicht funktionieren, dass mag ich. 

Also alles zusammen: der Spot sieht cool aus und wurde noch nie gefahren, der Trick sieht gut aus und ist auch etwas ungewöhnlich in der Art und Weise von der Spot-Benutzung, und Johannes hat geil gefilmt. Und alles hat so gut und schnell funktioniert, einfach ein smoother Prozess von Anfang bis Ende :)

TIMO: Auch einer meiner Lieblingsclips! ;) Ich würde den Backboard Nosebong Drop in die Bank Whip von Luca Breitkreuz, an der Autobahn meinen Lieblingsclip nennen. 

Das war am Sonntag, eine Woche vor Release. An dem Tag hatten wir uns zu fünft, super früh am morgen getroffen und waren bis in den späten Abend super produktiv. Franz hatte gerade seinen Ender an der Kinkrail gemacht und wir sind gerade zum nächsten Spot gepusht, als Luca auf einmal meinte, dass wir mal mitkommen sollen. Er hat uns dann eine frisch gesperrte Autobahn Auffahrt gezeigt und jeder wusste, dass das sein Spot ist. Wir haben uns also alle auf die Autobahn gesetzt und gewartet, bis er eine Clip Idee hat. Er kam dann mit dieser super geilen Idee, also habe ich die Cam geholt und Lucas erstes Battle erlebt. Er ist gebailt und auch ausgerastet, was einfach super Rare bei Luca ist, hahaha! Als er ihn dann geschafft hat, waren wir alle super Happy und haben noch auf der Autobahn gesessen, bis die Polizei uns gekickt hat. War einfach ein super geiler Tag.

Von mir selber würd ich wahrscheinlich sogar meinen Ender nehmen, den Bs 50 Whip an der Gleisdreieck Rail. Das war der Tag danach und somit in derselben Woche, wie der Videorelease haha. Für mich hat sich das Video noch nicht fertig angefühlt und diese Rail hatte ich schon seit einem Jahr im Kopf. Ich habe mich also mit Jeykey und Tacco dort getroffen, ohne je mit Scooter dort gewesen zu sein. Franz war Anfangs auch noch da, musste aber wegen einem Termin gehen und dachte glaube ich, dass ich es eh nicht machen werde.

Es war ein riesen Struggle, das erste mal reinzuspringen, weil die ganze zeit Fußgänger im Weg waren und ich zu viel Zeit hatte, um über Pro Skater und Scooter Fahrer nachzudenken, die auf genau dieser Rail hart gebailt sind. Als ich endlich reingesprungen bin, habe ich bestimmt fünf mal im Flatpart einen 5-o gemacht, weil ich keine Ahnung hatte, wie man im 50/50 einen Kink grindet. Als ich den back 50 endlich geschafft hatte, bin ich mit den Worten „Da geht noch was!“ hochgerannt und habe first try den Whip raus gemacht. War wahrscheinlich das geilste Gefühl, welches ich je hatte. Shoutout Jeykey fürs filmen und Tacco fürs filmen und fotografieren gleichzeitig haha! ❤️

Also richtig lastminute noch gefilmt. Ihr habt recht es sind jede Menge coole und creative Tricks in eurem Video zu sehen. Wo holt ihr euch eure Inspiration her?

FRANZ: Viele Ideen entstehen während des Prozesses gemeinsam in der Guruppe, und mein Riding ist natürlich auch von anderen Fahrern inspiriert. Und das Editing macht ja Timo, der ist unsere künstlerische Seele. 

TIMO: Ich denke wir alle inspirieren uns sehr stark gegenseitig und machen trotzdem voll unser Ding, was Riding angeht. Viele Clip Ideen kamen auch garnicht von uns selber, sondern wurden uns von Homies gecallt! In einer Gruppe wird man also auf neue Ideen gebracht und auch teilweise an sein Limit gepusht, was echt nice sein kann. Was das Video und den Schnitt angeht… Keine Ahnung! Ich hab einfach losgelegt und versucht bestmöglich Spaß daran zu haben! :)

Nochmal Respekt an dich Timo, dass Video ist echt nice geschnitten. Habt ihr schon ein nächstes Projekt geplant?

TIMO: So richtig planen tu ich das nicht, aber ich hab auf jeden Fall Bock durchgehend an was zu arbeiten. Jetzt war’s unser neues Basis Video, welches crazy wird und ich hatte die Ehre es zu produzieren! Danach stehen erst einmal ein paar Trips an, bei denen ich auch echt produktiv sein möchte. Ich denke gerade über ein Video, aus verschiedenen Städten und Ländern, mit verschiedenen Ridern, aus aller Welt, nach… Ist aber nur so eine Idee ;) 

Ein neuer Duo Part, oder mein eigener Solo Part ist erstmal nicht geplant, aber wir sind trotzdem weiterhin gemeinsam an neuen Projekten dran!!

FRANZ: Ja man, jetzt kommt ja das nächste Basis-Video „Jouma“ raus. Dafür haben wir im letzten Monat gefilmt, stay tuned. Es waren viele Leute zu Besuch und wir waren so produktiv wie noch nie. Ein 25-Minuten Video in einem Monat… 

Aber jetzt habe ich Lust auch mal einen Part zu filmen, weil leider viele Basis homies wie Tom und Jeykey ausziehen. Auch wenn meiner Meinung nach Crew-Videos geiler sind, habe ich jetzt auch mal Bock auf einen Solo-Part.

Bin schon sehr gespannt auf "Jouma", ich hab bis jetzt nur gutes gehört. Und auf einen Part von dir Franz freuen sich bestimmt auch viele Leute. Danke Jungs, dass ihr euch Zeit genommen habt für ein Interview. Wollt ihr zum Abschluss noch irgendwas loswerden?

TIMO: Ja man. Danke für jeden Support, danke an alle Homies und vor allem Danke an Basis Berlin!! 

Es wird sich jetzt viel verändern. Die Basis Bude gibt es bald nicht mehr und wir beide sind frisch mit der Schule fertig und müssen auch erstmal schauen, was wir jetzt draus machen wollen. Aber es wird weiter gehen und deshalb ganz viel Liebe an die ganze Szene! 

Auch vielen Dank an dich Willi, für die Möglichkeit, dass wir uns mal ausplappern können. Hat Spaß gemacht! Keep it up mit Austronauten Digga!

FRANZ: Safe! Danke Basis, danke Homies von anderswo, danke Scooter fahren. Basis ist keine Crew, Basis ist ein Lifestyle💯





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